frühe Kindheit und Grundschulzeit Kahn ist Schüler der heutigen Menzel-Oberschule Hitler Reichskanzler, Ermächtigungsgesetz NSDAP-Mehrheit bei Reichswahlen Hindenburg stirbt, Hitler wird Führer und Reichskanzler, Vereidigung der Wehrmacht auf Hitler Einmarsch deutscher Truppen in Österreich Reichspogromnacht Juden müssen zusätzl. die Vornamen "Sara" bzw. "Israel" annehmen Angriff auf Polen, Beginn des 2. Weltkrieges 1. Massendeportationen, ca. 87.000 Juden und Polen Überfall auf die SU und Lettland Rosie Kahn (Mutter) wird ermordet 6. Armee im Raum Stalingrad eingeschlossen Liquidierung der Gettos im besetzten Osten, Kahn wird ins KZ Kaiserwald verlegt Vernichtungslager Majdanek befreit durch Rote Armee Befreiung Kahns durch einen jüdischen amerikanischen Offizier Kahn kommt mit befreiten franz. und belg. Kriegsgefangenen nach Brüssel Kahn emigriert in die USA und nimmt den neuen Namen "Ernest Kan" an Kan beginnt Zeitzeugentätigkeit (Universität und Schulen) Deutschlandbesuch: Zeitzeugenprojekt in Berlin und Vorträge in Magdeburg
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Ernst Kahn mit einem Freund in Lüttich: die Haare fangen gerade wieder zu wachsen an
Die Tage in Brüssel

Nach der Befreiung aus dem KZ in Magdeburg verließ Ernst mit einigen Belgiern und Franzosen Deutschland mit dem Zug, um nach Brüssel zu gelangen. In dem Zug wurde er, aufgrund seiner guten Deutschkenntnisse, als entflohener Soldat oder sogar als ehemaliger SS-Verbrecher verdächtigt. Daraufhin wurde er von zwei belgischen Polizisten aus dem Zug geholt. Die Begleiterin, die Ernst und die Belgier und Franzosen auf der Reise nach Brüssel begleitete, versicherte, dass er kein SS-Verbrecher gewesen sei, sondern ganz im Gegenteil sogar selbst ein Opfer der Grausamkeiten der SS war. Doch die Kontrolleure blieben hartnäckig und wollten ihn auf die typische SS-Kennzeichnung - eine Tätowierung unter dem Arm - prüfen. Genau an dieser Stelle besaß Ernst Kahn die Narbe des Geschwürs, das jüdische Gefangene während der Zeit im KZ mit einem geschärften Löffel öffneten. (» KZ Kaiserwald) Beinahe wäre er, das Opfer, auf dem Weg aus Deutschland heraus von den Kontrolleuren als Täter in Gewahrsam genommen worden. Doch nach vielen Telefonaten wurde den belgischen Polizisten versichert, dass es sich nicht um ein Täter, sondern um ein Opfer handele. Nach einem nervenzehrenden 24-stündigen Aufenthalt, konnte die Fahrt nach Brüssel endlich weitergehen.

Dort begann für ihn, nach den grauenvollen Kriegsjahren, ein neuer Lebensabschnitt. Aufgrund seiner guten Französischkenntnisse, hatte Ernst keine Probleme mit der Verständigung in Belgien.

Sein Hauptziel in Belgien, das Bild links zeigt ihn mit einem Freund in Lüttich - war neue Papiere – er besaß seit der Inhaftierung durch die SS in das KZ nichts mehr, was ihn hätte identifizieren können - und einen Aufnahmeantrag in die USA zu stellen. Doch die Zeit in Brüssel schleppte sich dahin. Denn er brauchte eine Gesundheitsbescheinigung, eine Bescheinigung von gutem Betragen, keine kriminelle Gerichtsakte und einen Unterstützer, der garantierte, dass er keine Last für die Vereinigten Staaten von Amerika sei. Ebenfalls musste er sich bereits um eine Unterkunft und einen Arbeitsplatz in den USA bemühen. Bei all diesen formellen Beantragungen und Schreiben wurde Ernst Kahn von seinem Onkel, der bereits in Amerika lebte, unterstützt. Insgesamt dauerten die Vorbereitungen zur Emmigration und Ausstellung der Papiere zwei Jahre.

Um ein wenig Abstand von seiner Vergangenheit zu gewinnen, wechselte Ernst Kahn in Brüssel mit der Beantragung seiner Papiere seinen Namen. Statt Ernst Kahn, nannte er sich von nun an Ernest Kan, auch, weil er den Klang - französisch mit einem Nasallaut ausgesprochen - schöner fand.

In Brüssel lernte Ernest Kan einen ehemaligen KZ-Gefangenen kennen, der Zahnarzt war. Dieser bot ihm an seinen zerschlagenen Zahn, der bei dem Spannen eines Drahtseiles absplitterte, kostenlos zu reparieren, um den Antlitz des hübschen, jungen Ernest Kan nicht zu ruinieren.

Im Jahr 1947 konnte Ernest Kan endlich mit seinen beantragten Papieren in die Vereinigten Staaten von Amerika auswandern, wo er sich eine neue Existenz – weit weg von den grausamen Orten in Europa - aufbaute und eine Familie gründete.


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